Sechs Jahre Gesundheitsmanagement in der Pflege – ein Rückblick

25. August 2026

Frankfurt, 25. August 2026 – Seit mittlerweile sechs Jahren setzt die AGAPLESION MARKUS DIAKONIE erfolgreich ein strukturiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement in ihren drei Einrichtungen in Frankfurt um. Begleitet und gefördert wird das Projekt durch die Techniker Krankenkasse in Hessen.

Pflegekräfte haben nach wie vor deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage als andere Berufsgruppen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach waren TK-versicherte Pflegekräfte in Hessen im vergangenen Jahr durchschnittlich 27,6 Tage krankgeschrieben – etwa zehn Tage mehr als der Durchschnitt aller Berufstätigen mit 17,8 Tagen. 

„Die Pflege fällt seit Jahren durch besonders hohe Fehlzeiten auf. Wer körperlich und emotional viel leistet, braucht gute Rahmenbedingungen, um gesund arbeiten zu können. Arbeitgeber können hier gezielt vorbeugen, indem sie im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen aufbauen. Dazu gehören zum Beispiel Teamentwicklung und eine gute Führungskultur sowie Angebote zur Stress- und Gewaltprävention oder für Bewegung und Ergonomie. Solche Maßnahmen können dazu beitragen, die hohen Anforderungen in der Pflege besser zu bewältigen und die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Gesundheitsmanagement als zentraler Ansatz

Viele Verantwortliche in Pflegeeinrichtungen stehen daher vor der Aufgabe, Strukturen zu schaffen, die Belastungen verringern und Mitarbeitende im herausfordernden Berufsalltag stärken. Ziel ist es dabei, die Arbeit so zu gestalten, dass Pflegekräfte ihren Beruf langfristig ausüben können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Ein zentraler Ansatz ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). 

„Ein BGM richtet den Blick nicht nur auf Fehlzeiten, sondern setzt gezielt auf verschiedene Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen verbessern und damit die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden stärken. Dafür braucht es einen langen Atem, aber das Engagement zahlt sich aus. In unserem Haus sind die positiven Effekte inzwischen klar erkennbar“, sagt Projektleiter Maximilian Nest.

Bei der Umsetzung gab es in den letzten sechs Jahren auch Hürden zu überwinden. Gerade die Coronajahre verlangten außergewöhnliche betriebliche Maßnahmen. „In dieser Zeit lag der Fokus insbesondere darauf, die Gesundheit der Bewohner:innen sowie der Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen“, so Hannelore Rexroth, Geschäftsführerin der AGAPLESION MARKUS DIAKONIE. „Bewegungsangebote zur aktiven Pause haben daher auch gerne mal auf der Dachterrasse stattgefunden.“ 

Führung, Dienstplanung und Gewaltprävention im Blick

Vieles ist in der Einrichtung im Rahmen des BGM in Bewegung gekommen. Standen zu Beginn noch Teamentwicklungstage und Bewegungskurse im Vordergrund, entwickelte sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement rasch weiter. Es entstanden interdisziplinäre Arbeitsgruppen zu Themen wie gesunde Führung, gesunde Dienstplanung und Gewaltprävention. Deren Arbeit mündete in konkrete Verbesserungen und spürbare Veränderungen im Arbeitsalltag. 

Beispielsweise setzen seit Jahresbeginn 2026 mehrere Wohn- und Arbeitsbereiche eine gemeinsam verantwortete Dienstplanung im Team um. Parallel wurde an neuen, visionären Dienstplansystemen gearbeitet. „Wir wollten das klassische Schichtdenken hinter uns lassen und haben gezielt nach den individuellen Präferenzen unserer Mitarbeitenden gefragt, ganz unabhängig davon, ob es um Früh-, Spät- oder Nachtdienst geht“, so Maximilian Nest. 

Fazit nach sechs Jahren BGM

Positive Feedbacks von Bewohner:innen sowie deren Angehörigen bestätigen, dass die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden gesteigert werden konnten. Ergebnisse von Mitarbeitenden-Befragungen machen deutlich, dass sich auch die Arbeitsbedingungen und das Miteinander in der Pflege und Betreuung verbessert haben. So konnten auch die durchschnittlichen Fehltage unterhalb des Branchendurchschnitts gehalten werden. 

„Es bleibt aber auch weiterhin genug zu tun. Die Gestaltung von gesunden Arbeits- und Ausbildungsbedingungen ist ein stetiger Prozess. Daher werden wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement als einen wichtigen Baustein im Rahmen unserer Standort- und Zukunftssicherung weiterverfolgen“, sagt Hannelore Rexroth.

Auch der Mutterkonzern, die AGAPLESION gAG, unterstützt die Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements an verschiedenen Standorten. Unter anderem setzt sich die AGAPLESION gAG für Gewaltprävention mit dem eigenen Programm „AGA gegen Gewalt“ ein, das ebenfalls durch die Techniker Krankenkasse gefördert wird.